
Jesus Christus, du bist den trauernden Schwestern begegnet.
Du hast ihre Klage gehört, ihre Tränen gesehen und ihre Hoffnung geweckt.
In unseren eigenen Begegnungen mit Leid und Tod kommen wir zu dir und bitten:
Wir beten für alle, die sich wie Marta mit Fragen an dich wenden oder wie Maria ihre Klage aussprechen:
Begegne ihnen in ihrer Suche und stärke in ihnen die Hoffnung, die über den Tod hinausreicht.
Wir beten für alle, die in Begegnungen mit ihren Mitmenschen unsicher sind,
weil Worte fehlen und der Verlust zu schwer ist.
Gib ihnen Mut zur Nähe, zur Stille und zum ehrlichen Mitgefühl.
Wir beten für unsere Familien und Gemeinschaften.
Lass uns Orte schaffen, an denen Trauer Raum hat und Hoffnung wachsen kann,
und an denen wir in Vertrauen einander im Glauben tragen und stützen.
Wir beten für alle, die sich innerlich wie in einem Grab verschlossen fühlen –
gefangen in Angst, Schuld oder Resignation:
Sprich auch ihnen dein lebendiges Wort zu und führe sie ins Licht neuer Möglichkeiten.
Wir beten für alle, die dem Tod begegnet sind –
durch den Verlust eines nahen Menschen oder durch die Erfahrung eigener Grenzen:
Lass sie in ihrer Trauer nicht allein und schenke ihnen Menschen, die zuhören und mitgehen.
Jesus, du hast dich berühren lassen von der Not der Menschen.
Lehre uns, einander so zu begegnen – wach, mitfühlend und hoffnungsvoll.
Denn du bist die Auferstehung und das Leben.
Amen.
„Herr, wärst du hier gewesen …“
In diesen Worten liegt so viel Schmerz – und so viel Vertrauen.
Jesus bleibt nicht auf Abstand.
Er kommt nahe.
Er hört die Klage.
Er sieht die Tränen.
Und er weint mit.
Gott ist nicht kalt gegenüber unserem Leid.
Er trägt es in seinem Herzen.
Und mitten in die Trauer spricht Jesus zärtlich und kraftvoll zugleich:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Wo alles verloren scheint, hält er Leben bereit.
Wo wir nur noch Dunkel sehen, ruft er uns beim Namen:
„Komm heraus.“
Seine Liebe ist stärker als der Tod.
Seine Nähe stärker als jede Hoffnungslosigkeit.
Und so dürfen wir vertrauen:
Wir sind bedingungslos geliebt und gehalten – wo unser Herz schwer wird.